In Ergänzung meiner in der Zeitschrift »Schlesien heute« Nr. 12/2012 wiedergegebenen Ausführungen zum Erwerb des Sofas * habe ich den 1. Vorsitzenden der Gerhart-Hauptmann-Gesellschaft e.V., Herrn Dr. Klaus Hildebrandt, über die näheren Umstände der Trennung von dem Möbelstück mit Schreiben vom 6. November 2013 – im Hinblick auf die bevorstehende Mitgliederversammlung – wie folgt unterrichtet:
Dass ich mich von dem vor 15 Jahren erworbenen sog. Muttersofa Gerhart Hauptmanns aus dem Haus Wiesenstein getrennt habe, werden Sie vernommen haben. Ich hatte seinerzeit zugegriffen, um eine Verscherbelung des guten Stücks – als Gebrauchsgegenstand oder Sammel-/Schauobjekt – an irgendeinen privaten Interessenten zu verhindern und war darauf bedacht, durch (behutsame) Restaurierung des alten Erbstücks eingetretene Schäden beheben zu lassen und seinem schleichenden Verfall Einhalt zu gebieten. Nach meiner Vorstellung sollte das Sofa letztlich (bei passender Gelegenheit) einer Kultureinrichtung mit der Maßgabe übergeben werden, es der Allgemeinheit auf Dauer zugänglich zu machen. Das Haus Schlesien, welches das Sofa im Rahmen der Ausstellung zum 150. Geburtstag des Dichters bis Februar dieses Jahres [2013] gezeigt hat, wollte es gern behalten, konnte diese meine Maßgabe aber leider nicht erfüllen. Daraufhin schaltete sich das Städtische Museum Gerhart-Hauptmann-Haus in Hirschberg-Agnetendorf (Jelenia Góra - Jagniątków) ein und sicherte die Auf- und Ausstellung des Möbelstücks im ehemaligen Haus des Dichters zu; dem Vernehmen nach lag dafür auch schon eine Finanzierungszusage des Sächsischen Innenministeriums vor. Trotz meines Engagements für das Gerhart-Hauptmann-Haus als Gedenk- und Begegnungsstätte willigte ich in diese Vorgehensweise nicht ein; sie widersprach meiner Auffassung, dass man wertvolles deutsches Kulturgut nicht ins Ausland abwandern lassen sollte. Deshalb setzte ich mich mit dem Schlesischen Museum zu Görlitz in Verbindung und konnte erreichen, dass das Sofa von dort erworben und als Leihgabe nach Agnetendorf gegeben wurde – solange im eigenen Haus keine dauerhafte Präsentation möglich ist.
Von den Hintergründen und näheren Umständen des Falles war in der (oberflächlichen) öffentlichen Berichterstattung (natürlich, wie man versucht ist zu sagen) nichts zu lesen. Deshalb diese Schilderung des Hergangs der Transaktion.